Tallinn – Baltikum ich komme!

Von Helsinki gings direkt mit der Fähre nach Tallinn. Eigentlich keine große Sache, aber wegen des starken Windes wurden alle Schnellfähren gecancelt und die großen Fähren waren fast alle ausgebucht. Mit viel Glück bekam ich noch ein sehr günstiges Ticket (17 €) für eine langsame Fähre für 2000 Personen. Von Ausbau gleicht die Fähre mehr einem Kreuzfahrtschiff: So saß ich 3 Stunden lang in einer trendy Bar mit Livemusik und schaute den Menschen beim essen, trinken, tanzen und duty-free-shoppen zu. Wie jedesmal bei längeren Fährfahrten fühlte ich mich vollkommen fehlplaziert und konnte den offensichtlichen Genuss der anderen Passagiere nicht nachempfinden. In meinem momentanen Rhythmus und Zustand ist mir solch ein Reisetempo einfach zu schnell, aber vielmehr vermisse ich den unmittelbaren Kontakt zur Umwelt.

Als endlich die Skyline von Tallinn am Horizont erschien, konnte ich es kaum erwarten das Schiff zu verlassen und in das neue Kapitel der Radreise – die baltischen Staaten – zu starten. Um die Stadt ausgiebig erkunden zu können, habe ich mich zwei Tage lang in einem günstigen Hostel in der Altstadt einquartiert. Tallinn, besonders der historische Kern, ist ein Traum! Hier kann man stundenlang durch kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster schlendern, wunderschöne Altbauten, Höfe und Kirchen bewundern und für wenig Geld in Cafés, Bars und Restaurants das Leben genießen. Lustig ist, das man hier persönlich in Restaurants und andere Geschäfte eingeladen wird und das scheint keine Touristenfalle sondern eine höfliche Geste zu sein. Allerdings bin ich etwas irritiert, weil mich eine Frau in einer großen Traube von Menschen zielstrebig ansteuerte und mir einen Flyer für erotische Massagen in die Hand drückte. Sehe ich etwa so unrelaxt oder sexuell frustriert aus?

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Die Altstadt Tallinns bei Nacht

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Eine Kreuzfahrt, die ist lustig.. Oder auch nicht

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